Domodossola – nur einen Katzensprung durchs Tunnel

Domodossola by night

20 Kilometer Dunkelheit muss man schon über sich ergehen lassen, wenn man südliche Luft schnuppern will. Doch eigentlich fühlt es sich wie ein Katzensprung an, wenn man von Brig aus mit dem Zug durch den Simplontunnel in das Städtchen mit dem verheissungsvollen Namen Domodossola fährt. Eine liebliche Schönheit ist die Provinzstadt nicht unbedingt, eher eine Bähnlerstadt mit unendlich vielen Geleiseanlagen. Umgeben von bewaldeten Hängen und mit Blick auf die Walliser Viertausender liegt Domodossola im Herzen des Ossola-Tales am Fluss Fiume Toce. Vor allem samstags lockt es Scharen von Schweizerinnen und Schweizer an, die auf dem grossen Markt auf Schnäppchenjagd sind. An den ausladenden Ständen mit Käse und Fleischwaren von den umliegenden Alpen läuft einem schon beim Betrachten das Wasser im Mund zusammen.

Diesem Gewusel entziehen wir uns gezielt und fahren an einem ganz normalen Dienstag in den Süden. Wir streben vom Bahnhof durch die Corso Fratelli di Dio direkt in die beschauliche Altstadt mit den lauschigen Plätzchen und romantischen Gässchen. Hier ist er, der raue Charme des Städtchens: in die Jahre gekommene herrschaftliche Häuser stahlen mit bezaubernden Loggien und Balkonen. Nichts ist herausgepützelt und mag gerade deshalb so zu gefallen. An der Piazza del mercato setzen wir uns vor die Bar Bertani und geniessen einen Latte macchiato und ein Mineralwasser (für 2 Euro!). Stundenlang könnten wir dem regen Treiben zusehen und einen Hauch Italianità geniessen. Anschliessend flanieren wir in den Gässchen, entdecken die Piazza della Fontana mit dem Obeliskenbrunnen und bestaunen die Hauseingänge und Torbogen aus dunkeln und hellen Steinen und die alten, doppelstöckigen Balkone. Und sind froh, dass Domodossola nicht auf der Landkarte der grössten Sehenswürdigkeiten Italiens steht.

Mehr dazu erfahren Sie unter www.prodomodossola.it

erschienen am 12.11.2017 von Silvia Schaub

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